Foodtruck-Hygiene: Belehrung, Schulung und Hygienekonzept

Belehrung beim Gesundheitsamt, Hygieneschulung, Hygienekonzept: was im Foodtruck Pflicht ist, für wen, wie oft und worauf die Kontrolle achtet.

Romain, Gründer von Food Truck StoreRomain BarreauGründer von Food Truck Store · 5 Min. Lesezeit

Hygiene im Foodtruck fängt nicht am Herd an, sondern mit zwei Nachweisen: der Belehrung durch das Gesundheitsamt und der Hygieneschulung. Eine Ausbildung als Koch schreibt keine der hier genannten Vorschriften vor. Dieser Ratgeber zeigt, wer welche Schulung braucht, wie oft sie fällig ist und was in Ihr Hygienekonzept gehört, mit der Quelle zu jeder Regel.

Schneidearbeit auf der Edelstahl-Arbeitsfläche eines Food-Truck-Anhängers
Romain, Gründer von Food Truck Store, hält die FTS-Fahne

Die Belehrung nach § 43 IfSG.

Wer gewerbsmäßig mit Lebensmitteln wie Fleisch, Milcherzeugnissen, Speiseeis oder Mayonnaise arbeitet, darf damit zum ersten Mal erst anfangen, wenn eine Bescheinigung des Gesundheitsamts vorliegt, die höchstens drei Monate alt ist (§ 42 IfSG, § 43 IfSG). In der Belehrung erfahren Sie, bei welchen Krankheiten Sie nicht mit Lebensmitteln arbeiten dürfen; anschließend erklären Sie in Textform, dass bei Ihnen nichts davon bekannt ist. In Berlin kostet die Belehrung 30 € in der Gruppe und 49 € als Einzeltermin, und die Bescheinigung bleibt lebenslang gültig, wenn Sie die Tätigkeit innerhalb von drei Monaten aufnehmen (Service Berlin).

  • 3 Monatedarf die Bescheinigung beim Start höchstens alt sein
  • 30 €kostet die Gruppenbelehrung beim Gesundheitsamt in Berlin
  • 2 Jahreliegen höchstens zwischen zwei Belehrungen durch den Arbeitgeber

Danach belehren Sie Ihr Team selbst.

Ihre Beschäftigten belehren Sie nach Arbeitsbeginn selbst, danach alle zwei Jahre erneut, und Sie dokumentieren jedes Mal die Teilnahme; für Selbstständige gelten die Arbeitgeberpflichten entsprechend (§ 43 IfSG). Die Bescheinigungen und die letzte Dokumentation müssen an der Betriebsstätte verfügbar sein, bei wechselnden Standorten reicht eine beglaubigte Kopie. Erkrankt später jemand aus dem Team, muss er Ihnen das sofort melden, und Sie veranlassen die nötigen Maßnahmen.

  1. Vor dem Start

    Belehrung beim Gesundheitsamt, die Bescheinigung darf höchstens drei Monate alt sein.

  2. Nach Arbeitsbeginn

    Jede neue Arbeitskraft belehren Sie selbst und dokumentieren das.

  3. Alle zwei Jahre

    Belehrung wiederholen und wieder dokumentieren.

  4. Im Anhänger

    Bescheinigungen und letzte Dokumentation griffbereit, bei wechselnden Standorten als beglaubigte Kopie.

Die Hygieneschulung nach LMHV.

Wer leicht verderbliche Lebensmittel herstellt, behandelt oder verkauft, braucht Fachkenntnisse aus einer Hygieneschulung und muss sie auf Verlangen nachweisen; bei einer abgeschlossenen Ausbildung mit Lebensmittelhygiene werden diese Kenntnisse vermutet (§ 4 LMHV). Wie lange die Schulung dauert, legt die Verordnung nicht fest, wohl aber die Inhalte. Die BGN rät zur Schulung vor dem ersten Einsatz und danach mindestens einmal im Jahr, die Stadt München verlangt sie jährlich (BGN: Verkaufsfahrzeuge, München).

  • Kühlung und Lagerung
    Welche Temperatur welches Lebensmittel braucht und wie Sie es richtig lagern.
  • Reinigung und Desinfektion
    Flächen, Geräte und Hände, in der richtigen Reihenfolge.
  • Eigenkontrollen
    Betriebliche Eigenkontrollen und Rückverfolgbarkeit Ihrer Ware.
  • Lebensmittelrecht
    Warenkontrolle, Haltbarkeit und Kennzeichnung.
Romain, Gründer von Food Truck Store, zeigt mit dem Finger nach unten

Das Hygienekonzept für Ihren Foodtruck.

Jeder Lebensmittelunternehmer muss ständige Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen einrichten, passend zu Art und Größe seines Betriebs: Gefahren ermitteln, kritische Kontrollpunkte und Grenzwerte festlegen, überwachen, Korrekturmaßnahmen festlegen und alles dokumentieren (VO (EG) Nr. 852/2004, Art. 5). Die Stadt München erwartet, dass Sie Ihr Hygienekonzept erläutern können, auch mündlich, und dass Sie ein Eigenkontrollsystem mit Reinigung und Rückverfolgbarkeit haben (München: Anforderungen an Foodtrucks). Bei mobilen Verkaufsstellen gehört die Überwachung der Temperaturen dazu (Anhang II, Kapitel III).

Handschuhe, saubere Flächen, notierte Temperaturen: das Hygienekonzept im Alltag.

Ein Burger wird in der Küche eines Food Trucks belegt

Bei Alkohol kommt die IHK-Unterrichtung dazu.

Wenn Sie Alkohol zum Verzehr an Ort und Stelle ausschenken wollen, setzt die Erlaubnis nach dem Gaststättengesetz des Bundes eine Bescheinigung der IHK voraus: Sie belegt, dass Sie über die Grundzüge des Lebensmittelrechts unterrichtet wurden (§ 4 GastG). In Berlin dauert diese Unterrichtung vier bis fünf Stunden und kostet 100 €; die Bescheinigung gilt bundesweit und unbefristet (Service Berlin). Weil die Länder das Gaststättenrecht durch eigene Gesetze ersetzen können (Art. 125a GG), fragen Sie am besten bei Ihrer Gemeinde nach, was bei Ihnen gilt.

Erlaubnis, Gestattung für Feste, Jugendschutz am Tresen: Alles zum Ausschank lesen Sie im Ratgeber Alkohol im Foodtruck.

Ein Foodtruck-Kurs ist keine Pflicht.

Keine der hier genannten Vorschriften verlangt einen speziellen Foodtruck-Kurs: Was unter diesem Namen angeboten wird, sind private Kurse, manche davon gut, aber keiner vorgeschrieben. Bevor Sie Geld dafür ausgeben, prüfen Sie, was Sie schon können: in großen Mengen kochen, eine Kasse führen, einen Businessplan durchrechnen.

Erst die Schulung, dann der Grundriss.

Besuchen Sie die Hygieneschulung, bevor Sie die Ausstattung auswählen: Was Sie dort über Arbeitsabläufe, die Trennung von rein und unrein und die richtigen Temperaturen lernen, bestimmt, wo Kühlung, Spüle und Arbeitsfläche hingehören. Was in den Anhänger gehört, zeigt der Ratgeber Foodtruck-Ausstattung; unsere Verkaufsanhänger haben Arbeitsflächen aus Edelstahl und eine Doppelspüle mit Wasserpumpe, ein Handwaschbecken mit Warmwasser gibt es als Option. Was Schulungen und Start zusammen kosten, rechnen Sie mit dem kostenlosen Businessplan-Rechner durch.

Die Schulung zeigt, wo Kühlung, Spüle und Arbeitsfläche hingehören.

Sauce kommt auf einen Burger, auf der Edelstahl-Arbeitsfläche eines Food Trucks

Häufige Fragen.

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