Kleingewerbe mit dem Imbisswagen: Rechtsform und Steuern
Einzelunternehmen, UG oder GmbH, Kleinunternehmerregelung, 7 oder 19 % Umsatzsteuer: was für Ihren Imbisswagen gilt, mit allen Zahlen für 2026.
Romain BarreauGründer von Food Truck Store · 5 Min. LesezeitKleingewerbe ist keine Rechtsform: Gemeint ist ein Gewerbe, das keinen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert, und es wird oft mit der Kleinunternehmerregelung bei der Umsatzsteuer verwechselt. Für Ihren Imbisswagen kommt es auf drei Fragen an: Wer haftet, welche Umsatzsteuer berechnen Sie, und was bleibt am Ende übrig? Hier finden Sie die Regeln für 2026, jeweils mit Quelle, damit Sie Ihrem Steuerberater die richtigen Fragen stellen können.

Was Kleingewerbe eigentlich bedeutet.
Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt, also einen Gewerbebetrieb, der nach Art oder Umfang einen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 HGB). Ist das bei Ihrem Imbisswagen nicht der Fall, betreiben Sie ein Kleingewerbe: Sie dürfen sich ins Handelsregister eintragen lassen, müssen es aber nicht (§ 2 HGB). Ihren Gewinn ermitteln Sie dann als Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben, solange das Finanzamt keine Buchführung von Ihnen verlangt (§ 4 Abs. 3 EStG, § 141 AO).
- Gewerbe anmelden
Beim Gewerbeamt, das die Anmeldung an das Finanzamt weiterleitet.
- Steuerlich erfassen lassen
Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schicken Sie innerhalb eines Monats elektronisch an das Finanzamt (§ 138 AO).
- Einnahmen und Ausgaben festhalten
Belege sammeln, Überschuss ermitteln: Das ist die Einnahmenüberschussrechnung.
- Buchführung erst später
Bei mehr als 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn im Jahr verlangt das Finanzamt Bücher und Abschlüsse.
Einzelunternehmen, UG oder GmbH.
Allein starten Sie am einfachsten als Einzelunternehmen: ohne Mindestkapital und ohne Notar, dafür haften Sie persönlich mit Ihrem gesamten Vermögen. Eine GmbH braucht einen notariellen Gesellschaftsvertrag und mindestens 25.000 € Stammkapital, von dem vor der Anmeldung zum Handelsregister die Hälfte eingezahlt sein muss (§ 2 GmbHG, § 5 GmbHG, § 7 GmbHG); den Gläubigern haftet dann nur das Gesellschaftsvermögen (§ 13 GmbHG). Die UG (haftungsbeschränkt) kommt mit weniger Kapital aus, das aber voll eingezahlt sein muss, und stellt ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine Rücklage ein (§ 5a GmbHG).
- EinzelunternehmenFür den Start allein: kein Mindestkapital, Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung, dafür persönliche Haftung.
- UG (haftungsbeschränkt)Stammkapital unter 25.000 €, voll eingezahlt; ein Viertel des Jahresüberschusses fließt in die Rücklage.
- GmbHMindestens 25.000 € Stammkapital und ein notarieller Vertrag; gegenüber Gläubigern haftet nur das Gesellschaftsvermögen.


Die Kleinunternehmerregelung bis 25.000 € Umsatz.
Ihre Umsätze bleiben umsatzsteuerfrei, wenn Ihr Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet (§ 19 UStG). Sie weisen dann auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und geben keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen ab. Auf die Regelung können Sie verzichten, sind dann aber mindestens fünf Kalenderjahre an diese Entscheidung gebunden.
- 25.000 €Umsatzgrenze im Vorjahr
- 100.000 €Umsatzgrenze im laufenden Jahr
- 5 JahreMindestbindung, wenn Sie auf die Regelung verzichten
Der Haken: kein Vorsteuerabzug beim Anhänger.
Wer nur steuerfreie Umsätze ausführt, darf keine Vorsteuer abziehen (§ 15 UStG): Als Kleinunternehmer tragen Sie die Umsatzsteuer auf Anhänger, Geräte und Ware also selbst. Im Preis unseres Einstiegsmodells, 13.685 € inkl. 19 % MwSt. (11.500 € netto), stecken 2.185 € Umsatzsteuer, die Sie bei Regelbesteuerung mit einer ordnungsgemäßen Rechnung als Vorsteuer abziehen. Wie die Umsatzsteuer bei einem Kauf aus einem anderen EU-Land in Ihrem Fall läuft, klären Sie vor der Bestellung mit Ihrem Steuerberater.
Mehrwertsteuer im Foodtruck: 7 oder 19 %.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen der ermäßigte Satz von 7 %, egal ob sie vor Ort gegessen oder mitgenommen werden; für Getränke gilt grundsätzlich der Regelsatz von 19 % (§ 12 UStG, BMF, 22.12.2025). Ihre Kasse muss deshalb jeden Artikel mit dem richtigen Steuersatz buchen, und eine elektronische Kasse braucht eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (§ 146a AO). Wer ohne gewerbliche Niederlassung auf Märkten und Straßen verkauft, muss ein Umsatzsteuerheft führen, auch als Kleinunternehmer (§ 22 UStG, IHK-Merkblatt Foodtruck).
Ob vor Ort gegessen oder mitgenommen: Für Speisen gelten 7 %.

Was vom Gewinn noch abgeht.
Einkommensteuer fällt erst an, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt, 2026 sind das 12.348 € (§ 32a EStG); Gewerbesteuer zahlen Sie als Einzelunternehmer nur auf den Teil des Gewerbeertrags, der über 24.500 € liegt (§ 11 GewStG). Eine GmbH oder UG zahlt noch bis 2027 15 % Körperschaftsteuer und bekommt den Freibetrag bei der Gewerbesteuer nicht (§ 23 KStG). Krankenversichert sein müssen Sie in jedem Fall (§ 193 VVG).
Der kostenlose Businessplan-Rechner der FTS Academy arbeitet mit den Regeln von 2026: Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung, Krankenversicherung und Steuern. Wie viel Umsatz ein Imbiss pro Tag braucht, lesen Sie im Ratgeber Imbiss-Umsatz pro Tag.
Die Rechtsform wählen Sie vor dem Start.
Wollen Sie ein Konzept erst einmal mit wenig Ausstattung testen und kennen Ihren Umsatz noch nicht, ist das Einzelunternehmen ein unkomplizierter Einstieg. Kaufen Sie einen fertig ausgestatteten Anhänger, finanzieren Sie Geräte oder stellen Sie Personal ein, lohnt sich der Vergleich mit dem Steuerberater, vor allem mit Blick auf Vorsteuer und Haftung; unsere Verkaufsanhänger gibt es ab 13.685 € inkl. 19 % MwSt. (11.500 € netto). Wie die Gewerbeanmeldung abläuft, erklärt der Ratgeber Foodtruck-Gewerbe anmelden.
Allein oder im Team: Die Rechtsform muss zu Ihrem Betrieb passen.

Häufige Fragen.
Noch Fragen? Food Truck Store oder unser Partner in Ihrer Region hilft Ihnen weiter ›Ja, solange Ihr Betrieb keinen kaufmännisch eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert (§ 1 HGB). Sie melden das Gewerbe an, ermitteln den Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung und können sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen (§ 2 HGB).
Kleingewerbe ist ein Begriff aus dem Handelsrecht: Sie sind kein Kaufmann und brauchen keinen Eintrag im Handelsregister. Kleinunternehmer ist ein Begriff aus dem Umsatzsteuerrecht: keine Umsatzsteuer bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr (§ 19 UStG). Das eine geht auch ohne das andere.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten 7 % auf Speisen, egal ob vor Ort gegessen oder mitgenommen, und grundsätzlich 19 % auf Getränke (§ 12 UStG). Alkoholische Getränke werden mit 19 % besteuert.
Auf Ihre Verkäufe fällt keine Umsatzsteuer an, Sie können aber auch keine Vorsteuer abziehen, auch nicht beim Anhänger. Rechnen Sie beide Varianten mit Ihrem Steuerberater durch, bevor Sie investieren; wer auf die Regelung verzichtet, ist mindestens fünf Jahre daran gebunden.
Mindestens 25.000 € Stammkapital, von dem vor der Anmeldung zum Handelsregister die Hälfte eingezahlt sein muss (§§ 5 und 7 GmbHG). Die UG (haftungsbeschränkt) kommt mit weniger aus, das Kapital muss aber voll eingezahlt sein (§ 5a GmbHG).
Ja, wenn er ohne gewerbliche Niederlassung auf Märkten und Straßen verkauft: Darin trägt er täglich seine Einnahmen ein (§ 22 UStG, IHK-Merkblatt). Ausnahmen regelt § 68 UStDV.


Von Romain, Gründer 
