Mobiles Café eröffnen: Papiere, Ausstattung, Kalkulation
Gewerbe, Belehrung, Milchhygiene, Mehrwegpflicht und Umsatzsteuer: was Sie für ein mobiles Café in Deutschland brauchen, welcher Anhänger passt und wie Sie es durchrechnen.
Romain BarreauGründer von Food Truck Store · 4 Min. LesezeitEin mobiles Café eröffnen heißt: Espresso, Cappuccino und Kakao dort verkaufen, wo morgens viele Menschen unterwegs sind. Hier lesen Sie, welche Papiere Sie brauchen, wie Sie Milch richtig kühlen, was die Mehrwegpflicht verlangt, wie Getränke besteuert werden und welcher Anhänger passt.

Vom Gewerbe bis zum Standplatz.
Für ein mobiles Café gelten dieselben Schritte wie für jeden Foodtruck. Alkoholfreie Getränke dürfen Sie auch auf Märkten ausschenken (§ 68a GewO).
- Das Gewerbe anmelden
Für einen festen Platz bei der Gemeinde (§ 14 GewO); für wechselnde Orte brauchen Sie in der Regel die Reisegewerbekarte (§ 55 GewO).
- Bei der Lebensmittelüberwachung registrieren
Vor dem ersten Verkaufstag (Art. 6 VO (EG) Nr. 852/2004).
- Die Belehrung beim Gesundheitsamt
Milch und Milcherzeugnisse nennt das Infektionsschutzgesetz ausdrücklich: Wer damit arbeitet, braucht vor dem ersten Arbeitstag die Bescheinigung (§§ 42 und 43 IfSG).
- Die Hygieneschulung
Wer leicht verderbliche Lebensmittel behandelt, weist seine Fachkenntnisse auf Verlangen nach (§ 4 LMHV).
- Den Platz sichern
Die Erlaubnis geben Marktverwaltung, Veranstalter oder Grundstückseigentümer, auf öffentlichem Grund die Gemeinde.
Milch: kühl lagern, sauber umfüllen.
Frischmilch lagern Sie bei höchstens +8 °C, andere kühlbedürftige Milcherzeugnisse bei +10 °C (Leitlinie). Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt nur für die ungeöffnete Packung.
- Kühl bis zum KännchenDie Milch bleibt im Kühlschrank, bis Sie sie aufschäumen; was übrig bleibt, kommt sofort zurück.
- Öffnungsdatum notierenGeöffnete Packungen bleiben gekühlt und werden bald verbraucht; so sehen Sie, welche zuerst an der Reihe ist.
- Saubere GefäßeMilch oder Kaffeesahne füllen Sie nur in saubere, unbeschädigte Gefäße um, die vor jeder neuen Füllung gereinigt werden.
- Allergene angebenMilch, dazu Soja oder Hafer in Pflanzendrinks: auf der Karte oder per Aushang, vor dem Kauf.

Mehrweg anbieten, ohne Aufpreis.
Wer Getränke in Einwegbechern ausgibt, muss sie auch in Mehrwegbechern anbieten, Deckel eingeschlossen, nicht teurer und mit einem gut sichtbaren Schild (§ 60 VerpackDG). Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und 80 m² Verkaufsfläche dürfen stattdessen mitgebrachte Becher befüllen, ebenfalls mit Schild; Teilzeitkräfte zählen bis 20 Stunden pro Woche mit 0,5 und bis 30 Stunden mit 0,75 (§ 61 VerpackDG).

Der Barista als Kaffeebar.
Der Barista bringt Verkaufstresen, Flaschenkühlschrank mit drei Türen und Platz für Ihre Siebträgermaschine mit. Mehr zum Konzept zeigt die Seite Coffee Truck.
- 15.827 €Barista im AIR 220, inkl. 19 % MwSt. (13.300 € netto) ›
- 20.825 €Barista im BOLD 270, inkl. 19 % MwSt. (17.500 € netto)
- 126 cman der Theke: Siebträgermaschine, Mühle und Kasse haben nebeneinander Platz
- 2 Stromkreisein der 400-V-Ausführung für Deutschland ohne Aufpreis, über zwei Anschlüsse
Wo ein mobiles Café gut läuft.
Gewerbegebiete am Morgen, Wochenmärkte und Firmenfeste sind gute Plätze. Auf privatem Grund brauchen Sie die Erlaubnis des Eigentümers, mehr dazu im Ratgeber Foodtruck auf Privatgrund.
Klappe auf, Maschine an: Der erste Kaffee kann kommen.

Erst die Maschine, dann der Platz.
Ihre Siebträgermaschine bestimmt, wie viel Strom Sie am Standplatz brauchen; die Milch entscheidet, wie viel Sie am Abend wegwerfen.

Umsatzsteuer: Getränke zu 19 %.
Getränke sind vom ermäßigten Satz für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen ausgenommen (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Zum Mitnehmen gelten 7 % nur für Waren der Anlage 2 (§ 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG).
- Vor Ort getrunkenEspresso, Cappuccino oder Limonade am Stand: 19 %.
- Zum Mitnehmen7 % nur für Waren der Anlage 2, etwa Milchmischgetränke mit mindestens 75 % Milch (Nr. 35).
- Kuchen und SnacksSpeisen seit dem 1. Januar 2026 zu 7 %, vor Ort wie zum Mitnehmen.
Der erste Kaffee am Morgen.
Ob sich Ihr Café rechnet, zeigt der kostenlose Businessplan-Rechner. Abends Bier oder Wein? Dafür gelten eigene Regeln: Alkohol im Foodtruck.
Jeden Morgen dieselben Handgriffe, jeden Morgen dieselben Gäste.

Häufige Fragen.
Noch Fragen? Food Truck Store hilft Ihnen weiter ›Eine Gewerbeanmeldung oder, an wechselnden Orten, eine Reisegewerbekarte, die Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung, die Belehrung nach § 43 IfSG und für jeden Platz eine Erlaubnis. Dazu kommen der Anhänger und Ihre Kaffeemaschine.
Ja, wenn Sie Getränke in Einwegbechern ausgeben: nicht teurer, Deckel eingeschlossen, mit Hinweisschild (§ 60 VerpackDG). Mit höchstens fünf Beschäftigten und 80 m² Verkaufsfläche genügt es, mitgebrachte Becher Ihrer Gäste zu befüllen, ebenfalls mit Schild (§ 61 VerpackDG).
Vor Ort 19 %, denn Getränke sind vom ermäßigten Satz für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen ausgenommen. Zum Mitnehmen gilt der ermäßigte Satz nur für Waren der Anlage 2 zum UStG, etwa Milchmischgetränke mit mindestens 75 % Milch. Wie Ihre Karte im Einzelnen besteuert wird, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Der Barista: Verkaufstresen, Flaschenkühlschrank mit drei Türen, Doppelspüle mit Wasserpumpe und Platz für Siebträgermaschine und Mühle. Im AIR 220 kostet er ab 15.827 € inkl. 19 % MwSt. (13.300 € netto), im BOLD 270 ab 20.825 € (17.500 € netto).
Nur mit Einschränkungen. Auf dem Wochenmarkt ist Alkohol nur aus eigener Erzeugung erlaubt (§ 67 GewO), unterwegs Bier und Wein in fest verschlossenen Behältnissen (§ 56 GewO). Zum Verzehr an Ort und Stelle brauchen Sie auf einer Veranstaltung eine Gestattung (§ 12 GastG; manche Länder haben eigene Gaststättengesetze).
Frischmilch höchstens +8 °C, andere kühlbedürftige Milcherzeugnisse höchstens +10 °C, so die Leitlinie für ortsveränderliche Betriebsstätten. Geöffnete Packungen bleiben gekühlt und werden bald verbraucht; ein Vermerk des Öffnungsdatums ist empfehlenswert.


Von Romain, Gründer 
